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Auszug

Harry erstarrte!

Im wahrsten Sinne erstarrte er, drohte akut an mangelnder Zufuhr unentbehrlicher Atemluft zu verenden. Auf seinen Augäpfeln bildete sich ein zäher Film, welcher gottlob vereitelte, dass ihm diese aus den Höhlen hüpften. Sein Adamsapfel hüpfte dennoch. Vom trockenen Schlucken -. Soeben wollte er dieses Sch..freibad, in diesem Sch..kaff, an diesem Sch..morgen missgestimmt abmelden, da trat SIE auf! Gerade verfluchte er noch die Sch..idee, ausgerechnet hier Entspannung zu suchen - und nun schwoll keineswegs nur sein Herz zur Größe eines Fesselballons, der seinen Brustkorb zu sprengen drohte! Das andere, tiefer gelegene Körperteil probierte Ähnliches übrigens mit der Badehose. Ihm fiel nicht auf, dass er, japsend, das schaurige Bild eines gefangenen Herings bot, der sein letztes Stündlein erahnte und die Realität ignorierte. Vielleicht warf ihm nur deshalb jenes göttliche Geschöpf einen Blick aus azurblauen Augen zu, denn sie schwebte ohne weitere Begutachtung auf endlosen Beinen vorbei.

Atme!, befahl sein Lebenserhaltungssystem gereizt.

Setz' deinen Hintern in Bewegung!, ächzten seine verspannten Muskeln.

Reiß' dich am Riemen!, raunzte sein Gehirn.

Gehorsam stieß er die abgestandene Luft aus, schubste die Pupillen ruckartig herum und brachte den Verstand wieder auf Trab. Letzteres war schwierig, aber nicht neu.

Er observierte, wie sie das Becken ansteuerte, dessen blaugrüne Farbe nostalgisch blätterte. Dabei schwang weizenblondes Haar rhythmisch mit dem strammen Hinterteil im spärlichen giftgrünen Bikini, dessen noch geizigeres Oberteil offenbar heftig gewillt war, den Inhalt heraus zu katapultieren. Das Grün auf sonnengebräunter Haut brannte sich gnadenlos in seine Hornhaut. Jetzt erreichte sie die rostige Dusche. Litt er unter Halluzinationen? Oder warf sie ihm tatsächlich einen zweiten Blick zu, während sie sich aufreizend unter dem silbernen Strahl wand?

Mechanisch setzte er einen Fuß vor den anderen. Das eben noch schleimig-feuchte Gras unter den Sohlen wandelte sich in einen samtenen Teppich. Imaginäre Engelsharfen übertönten das Gekreische der Gören, die sich in der Nähe um einen winzigen bunten Ball balgten. Verdammt, was war mit ihm los? Was brachte ihn derart aus der Fassung? Mittels eines durchtrainierten Körpers und einem routiniert melancholischen Weltfernblick war seine Libido sattsam ausgewogen. Und ausgerechnet ihm, der sich unwiderstehlich dünkte, fiel nichts ein, wie er diese Dorfschöne anbaggern sollte! Nein, korrigierte er, dieses Mädchen war nicht einfach eine Dorfschönheit. Sie würde wahrscheinlich sogar Claudia Schiffer neben sich blass aussehen lassen. Da! Jetzt tauchte sie mit einem eleganten Sprung ins Wasser, glitt geschmeidig durch die glitzernden Wellen -- und warf ihm wieder einen Blick zu! Diesmal war kein Irrtum möglich. Er checkte exakt, dass diese Aufforderung ihm galt! Wem auch sonst, wenn nicht ihm, dem Adonis unter den Dorfhengsten? Hundertpro bekam sie nicht alle Nase lang ein solch vollkommenes Exemplar seiner Gattung zu Gesicht!